Wie alles begann ...
Die Bürger spüren immer deutlicher an ihrem Portemonnaie, dass die Energiepreise von Jahr zu Jahr steigen. Rechnet man die Daten nach, die öffentlich zur Verfügung stehen, so liegt die Preiserhöhung deutlich über der allgemeinen Inflationsrate und lässt sich auch nicht durch die Verteuerung aufgrund der knapper werdenden Rohstoffe allein erklären.
Nach den Aussagen der Gaslieferanten ergeben sich die Gaspreise aus den Heizölpreisen des Handelsplatzes „Rheinschiene“. Wenn man den Preis der Energie des Öls und des Gases vergleicht, so ergibt sich eine Gaspreisschwankung, die sich immer weiter vom Energiepreis des Öles entfernt.

Spätestens im Jahr 2004 protestierte die Verbraucherzentrale, dass trotz sinkender Ölpreise die swb ihren Gaspreis auf hohem Niveau stehen ließ. Der Protest fand einen so großen Anklang, dass die Gründung einer Bürgerinitiative (BI) notwendig wurde, die sich am 18.02.2005 als Bremer Bürgerinitiative gegen Gaspreiserhöhung gründete. Da der Verdacht, dass die Energieversorgungsunternehmen von den Privatkunden zu hohe Preise für Gas und Strom verlangen, sich erhärtete und auch die Haltung der swb zu den Gaspreiskalkulationen keine Auskünfte zu geben, nicht weiter führte, gründeten einige der BI-Initiatoren nun die Bremer Energiehaus-Genossenschaft. Denn wenn diese verdeckten Gewinne in den Gaspreisen stecken, dann kann eine Genossenschaft auch wirtschaftlich und preiswerter des Gas selbst ein- und verkaufen.
Der Verdacht auf überhöhte Gaspreise wird zusätzlich noch dadurch genährt, dass die Gasversorger auf die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis pochen, jede Ölpreiserhöhung sofort umsetzen, aber in Zeiten fallender Ölpreise die Gaspreise entweder gar nicht, oder – in Ausnahmefällen - nur minimal absenken. Darüber hinaus lassen es die Gaslieferanten an jeder Transparenz missen und sie wollen den Bürgerinnen und Bürgern nicht erklären, wie die Gaspreise wirklich zustande kommen.
Viele Bürger widersprechen daher der Gaspreiserhöhung – in Bremen allein mindestens 15.000 – oder ziehen sogar vor Gericht, um die Energieversorger zur Transparenz in ihren Kosten zu zwingen. Das ist nun erst einmal gelungen, in erster und zweiter Instanz (Nov. 2007) unterlag die swb gegen eine Gruppe von 59 Klägern, die die Gaspreiserhöhung verweigerten und die Billigkeit - also die Angemessenheit - des Preises feststellen lassen wollten.
Mehr dazu können Sie unter unter www.verbraucherzentrale-bremen.de lesen.
Doch nun helfen wir uns selbst - eine Genossenschaft schafft Transparenz! Wir halten den Protest gegen überhöhte Preise für richtig. Das allein reicht uns aber nicht! Noch besser ist es, den Ein- und Verkauf an Gas in die eigene Hand zu nehmen. Die Genossenschaft – am 09. März 2006 gegründet - ist dafür die ideale Rechtsform. Sie ist per Gesetz demokratisch strukturiert, die Genossen können gleichberechtigt über die Generalversammlung Einfluss auf den Wirtschaftsplan nehmen und bei höchstmöglicher Transparenz darüber bestimmen, was mit den Überschüssen geschieht. Zu den Gründungsmitgliedern gehören: Volker Bruns, Jürgen Franke, Wolfram Kaiser, Frank Michael Rauch, Marion Remlinger, Gert Wolfgang Schade, Peter Willers. Michael Großer hat mit gleichem Engagement mitgewirkt, war zum Gründungstermin aber verhindert.
